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Aktuelle Ergebnisse zur PSA-basierten Früherkennung des Prostatakarzinoms

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BERLIN, HEIDELBERG, im Februar 2014. Im Bundesgesundheitsblatt (2014, 57:312-317) geben Urologen und Pathologen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf einen ausgezeichneten Überblick über den aktuellen Sachstand der Prostatakrebsfrüherkennung unter Einsatz des Prostata-spezifischen Antigens (PSA).

Die Analyse ist wichtig angesichts der zunehmenden Verunsicherung vieler Männer durch in regelmäßigen Abständen erscheinende Artikel in der Laienpresse, die den Eindruck hervorrufen, ‚der PSA-Wert bringe ja gar nichts' und ‚die Amerikaner hätten die Messung längst eingestellt'. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts stellt das Prostatakarzinom mit 169 Neuerkrankungen pro 100.000 Männer in 2012 (157 pro 100.000 in 2008) die in Deutschland mit Abstand am häufigsten diagnostizierte Tumorerkrankung des Mannes dar. Die demographische Entwicklung wird die klinische und gesundheitsökonomische Relevanz des Tumors in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen lassen, da die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre in ein Alter kommen, in dem Prostatakrebs am häufigsten auftritt (55-75 Jahre). Außerdem werden viele Menschen heute gesünder alt, was dazu führt, daß auch im höheren Alter entdeckte Tumoren therapierelevant werden.

Aus Autopsie-Studien weiß man, daß praktisch jeder Mann im hohen Alter ein Prostatakarzinom entwickelt. Das in Deutschland jährlich bei nur 0,3% der circa 23 Millionen Männer im Alter von über 40 Jahren ein Prostatakarzinom diagnostiziert wird, liegt daran, daß der Tumor sehr lange ‚indolent', also ohne erkennbare Symptome, wächst. Man geht heute davon aus, daß die meisten dieser Tumore bereits 15 bis 25 Jahre vor ihrer Entdeckung entstehen. Da sie erst in späten, weit fortgeschrittenen Stadien Beschwerden verursachen, wurden noch bis in die 1990er Jahre die meisten in nicht mehr heilbaren Stadien gefunden.

Aktuell nimmt man an, daß durch eine regelmäßige PSA-basierte Früherkennungsuntersuchung Prostatakarzinome heute im Schnitt 5 bis 7 Jahre früher diagnostiziert werden. Dadurch hat sich die Rate der Tumoren, die möglicherweise geheilt und schonender behandelt werden können, deutlich erhöht. Die aktuelle S3-Leitlinie (die wissenschaftlich hochwertigste Empfehlungsstufe) der Deutschen Krebsgesellschaft rät dazu, Männer ab dem 40. Lebensjahr auf eine regelmäßge PSA-Vorsorge hinzuweisen.

Daß die gegenwärtigen Früherkennungsstrategien noch nicht ausreichen, zeigt sich daran, daß immer noch jeder 6. Patient an seinem Tumor verstirbt. Der Hauptgrund hierfür ist, daß in Deutschland nur jeder elfte Mann eine regelmäßige PSA-gestützte Früherkennung in Anspruch nimmt. Und das, obwohl in einer großen europäischen Studie (ERSPC) mit 170.000 Männern nach 8,8 und nach 13 Jahren eine Abnahme der Sterblichkeit am Tumor von 20 bzw. 50% gezeigt werden konnte (im Vergleich dazu: Abnahme der Sterblichkeit am Brustkrebs durch Mammographie 22% nach 14 Jahren, beim Darmkrebs durch Spiegelung 15-21% nach 8-13 Jahren). Hierbei muß man wissen, daß sich früherkennungsbedingte Abnahmen der Sterblichkeit immer erst frühestens nach 7 bis 10 Jahren zeigen. Was in der Regel in der öffentlichen Diskussion keine Beachtung findet, ist der wichtige Umstand, daß bei den mit dem PSA-Wert untersuchten Männern eine 30%ige Reduktion von Metastasen und eine 35%ige Reduktion von palliativen Therapien gezeigt werden konnte.

Quelle Bild: Martini-Klinik am Universitätsklinikum Eppendorf

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